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Pommes versus Sport – ein konfliktreiches AufeinandertreffenEditorial Borad IconGeprüft durch das
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von Johannes Fitzke, veröffentlicht am: 22.09.2021

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Sachverhalt

Teil 1 
Der ehemalige Pommes-Papst P verbringt seinen verdienten Ruhestand, zusammen mit seiner 17-jährigen Tochter T in seinem luxuriösen Pommes-Palast in Greifswald, direkt an der Ostsee. Hier frönt er seinem Dasein als Sportmuffel und Whiskey-Liebhaber. Zum Leidwesen der deutlich aktiveren T sind die Fitnessstudios aufgrund eines weltweit grassiereden Virus bereits seit 3 Monaten geschlossen. P dagegen freut es, dass die übertrieben aufpolierte Fitnessbranche einen Dämpfer erhalten hat. Ihm ist es wichtig, dass sein heiß geliebter Palast auch in der Zukunft zu 100% sportfrei bleibt. T ist davon alles andere als begeistert. Bereits in der Vergangenheit hat sie gegenüber P schon mehrmals zum Ausdruck gebracht, dass sie es doof finde, dass ihr Zuhause ihr im Winter keine Möglichkeit bietet, ihre Leidenschaft auszuüben. In diesem Zusammenhang hat sie ihrem Vater auch schon mehrmals passende Online-Angebote vorgestellt. Da P stur bleibt, sieht sich T dazu gezwungen, hinter dem Rücken ihres Vaters ein Sportgerät zu erwerben. T, die von ihrem Vater finanziell an der kurzen Leine gehalten wird, plant daher über den, auf den Namen des P laufenden Online-Account bei dem Versandhändler Lamazon (L), einen von diesem in dem aktuellen Onlinekatalog beworbenen Hometrainer aus der Modellserie „Fit-at-Home“ für 599 € zu erwerben. P selbst hatte in letzter Zeit häufiger für sich und für T Sachen bei L bestellt, da er aufgrund der unsicheren Gesundheitslage nur noch selten vor die Tür geht. Das für den Zugang zum Account erforderliche Passwort findet T auf einem kleinen Zettel, der an dem Whiteboard im Arbeitszimmer des P hängt. Auch wenn P der T mehrmals verboten hat, sich in seinem Arbeitszimmer aufzuhalten, weiß er doch, dass sie den großen Raum häufig für ihre ausgiebigen Home-Workouts nutzt. Eines Abends, als P mal wieder vor dem Fernseher sitzt, bestellt T über das Lamazon-Konto von P den Hometrainer. Als Zahlungsart wählt T „Kauf auf Rechnung“ aus. Sie hofft, dass P die Rechnung einfach auf seinen „Rechnungsstapel“ legt und diese dann ungesehen bezahlt. Damit P keinen Wind von der Bestellung bekommt, plant T den Postboten noch am Eingang zum Pommes-Palast abzufangen. Mit diesem Plan möchte sie einen Streit mit ihrem Vater vermeiden. Schließlich erinnert sie sich noch ganz genau an eine Situation von vor 6 Monaten. Im Trubel seiner Ruhestandsparty hatte P der T damals sein Lamazon-Passwort verraten. Mit dem anschließend bestellten Rennrad war er jedoch gar nicht einverstanden gewesen. Anschließend hatte P sein Passwort geändert. Da der Abfangplan von T jedoch schief geht, sieht sich P einige Tage später einem riesigen Paket gegenüber. Er ist erbost und möchte nicht zahlen.  
Frage: Die Rechtsabteilung von L fragt sich nun, ob L einen Anspruch auf Zahlung von 599 € für den Hometrainer gegen P oder gegen T hat? Besondere widerrufsrechtliche Probleme sind nicht zu prüfen. 

 

Teil 2 
Aufgrund des Vorfalls mit dem Hometrainer streicht P der T auch das letzte Taschengeld. Daher steht nun auch die Befriedigung ihrer Kaffeesucht auf dem Spiel. Als T einige Tage nach ihrem 18. Geburtstag mehrere Kilogramm Kaffee für insgesamt 40 € in ihrer örtlichen Lieblingsrösterei (R) bestellen möchte, fällt auf, dass ihr Konto genau bei 0 € steht. Tags zuvor hatte ihr Fitnessstudio „ClassicFitness“ (CF) den vierteljährlich zu zahlenden Mitgliedsbeitrag in Höhe von 75 € abgebucht. T ist verwundert, schließlich ist das Studio seit 3 Monaten aufgrund einer wirksamen Rechtsverordnung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern durchgehend geschlossen. Da R aufgrund der auch für ihn schwierigen gesellschaftlichen Lage auf jeden sofort verfügbaren Euro angewiesen ist, kommt eine Stundung o.ä. nicht in Betracht. T schlägt daraufhin vor, dass R doch versuchen soll, ihre 75 € von CF zurückzubekommen. Es könne ja nicht angehen, dass ein Fitnessstudio den Mitgliedsbeitrag einzieht, obwohl keine Möglichkeit zum Trainieren besteht. Sofern T den Kaffee gleich mitnehmen könnte, würde Sie im Gegenzug die Differenz in Höhe von 35 € der R überlassen. Auch wenn R das Ganze eigentlich zu unsicher ist, geht sie auf den Deal ein. 
Frage: Hat R gegen CF einen Anspruch auf Rückzahlung des von T an CF gezahlten Mitgliedsbeitrags in Höhe von 75 €?  

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